Tierschutz - Was ist das?

Bei liegt uns nicht nur die Vermittlung am Herzen, sondern vor allem das Verstehen: Wie erleben unsere Schützlinge ihre Welt? Welche Erfahrungen bringen sie mit? Und was braucht es, damit aus einem geretteten Tier ein glücklicher Begleiter wird? Wir möchten dich liebevoll aufklären – über Herkunft, mögliche Erkrankungen und die besonderen Bedürfnisse jedes einzelnen Tieres.

Auslandstierschutz

Im europäischen Ausland haben Straßenhunde und -katzen oft keinen leichten Stand. Neben fehlender Wertschätzung und Mitgefühl leiden sie unter extremen Lebensbedingungen: brütender Sommerhitze, eisigen Wintern, Hunger, Durst und ständiger Unsicherheit. Doch ihre Situation ist nicht überall gleich – in manchen Regionen werden sie geduldet, teils sogar gefüttert. In anderen wiederum werden sie eingefangen und nach kurzer Frist getötet oder in überfüllte Tierheime gebracht, wo sie oft unter schlimmen Bedingungen ihr Leben fristen.

Im Gegensatz zu Wildtieren sind Hunde und Katzen domestiziert – sie sind auf uns Menschen angewiesen. Auch wenn sie gelernt haben, in widrigen Umständen zu überleben, sind sie täglich Gefahren ausgesetzt: Krankheiten, Verletzungen, Unfälle und menschliche Gewalt sind ständige Begleiter.

Wir, von Strays & Stories e.V., haben es zu unserer Herzensaufgabe gemacht, genau diesen Tieren eine helfende Hand zu reichen: mit Futter, medizinischer Versorgung, Zuwendung und dem Ziel, ihnen wieder Vertrauen in den Menschen zu schenken – und ein liebevolles Zuhause zu finden.

Zugleich glauben wir an nachhaltige Veränderung: durch Aufklärung, Bildungsarbeit und Kastrationsprojekte in enger Zusammenarbeit mit lokalen Partnern. Denn echter Tierschutz beginnt nicht erst bei der Vermittlung – sondern bei den Wurzeln.

Sichtweise eines bulgarischen Straßentiers

Für viele Hunde und Katzen auf Europas Straßen ist jeder Tag ein Balanceakt: Einerseits brauchen sie uns zum Überleben, andererseits fürchten sie die Hand, die sich nähert. Wird sie Futter bringen – oder Gift?

Wie erleben immer wieder, wie tief dieses Misstrauen sitzt und wie behutsam wir vorgehen müssen, um verletzte Tiere zu sichern, sie medizinisch zu versorgen oder für eine Kastration einzufangen, damit ihr Leid nicht endlos weitervererbt wird. Manche Vierbeiner haben sich an das Leben unter freiem Himmel gewöhnt, schätzen ihre Freiheit und werden von freundlichen Nachbarn versorgt. Doch für viele andere ist der tägliche Überlebenskampf zur Last geworden: Sie träumen von einem sicheren Dach, von liebevollen Händen und einem Platz, an dem sie endlich ankommen dürfen. Genau hier setzen wir an – mit Geduld, Empathie und dem Ziel, jedem Tier die Zukunft
zu schenken, die es sich im Stillen erhofft.

Mögliche Krankheiten

Straßentiere aus dem Ausland bringen nicht automatisch Krankheiten mit – aber ein sorgfältiger Gesundheitscheck nach der Ankunft ist essenziell. Viele Erkrankungen lassen sich gut behandeln oder kontrollieren, wenn sie rechtzeitig erkannt werden. Ein liebevolles Zuhause mit tierärztlicher Begleitung schenkt auch diesen Hunden & Katzen ein langes, glückliches Leben.

Hunde

Leishmaniose

Erreger: Leishmania infantum (ein einzelliger Parasit, übertragen durch Sandmücken)
Klinische Symptome: Hautveränderungen (Schuppen, kahle Stellen), Gewichtsverlust, Müdigkeit, Nasenbluten, Nierenprobleme
Testung: Bluttest (Antikörpernachweis oder PCR), bei Verdacht Organwerte (v. a. Nieren) prüfen
Behandlung: lebenslange medikamentöse Kontrolle (z. B. Allopurinol, evtl. Milteforan), regelmäßige Blutkontrollen notwendig

Ehrlichiose (Zeckenfieber)

Erreger: Ehrlichia canis (Bakterium, durch braune Hundezecke übertragen)
Klinische Symptome: Fieber, Nasenbluten, Blutarmut, Lethargie, geschwollene Lymphknoten
Testung: Bluttest (Antikörpernachweis, manchmal PCR), großes Blutbild zur Beurteilung
Behandlung: Antibiotika (v. a. Doxycyclin), früh erkannt gute Prognose

Babesiose

Erreger: Babesia canis (Parasit, ebenfalls durch Zecken übertragen)
Klinische Symptome: hohes Fieber, blasse Schleimhäute, dunkler Urin, Schwäche,
Testung: Bluttest (Blutausstrich, PCR)
Behandlung: spezifische Medikamente (z. B. Imidocarb), ggf. intensive tierärztliche Betreuung

Anaplasmose

Erreger: Anaplasma phagocytophilum / platys (Bakterium, durch Zecken übertragen)
Klinische Symptome: Fieber, Lahmheit, Appetitlosigkeit, Gelenkschmerzen, evtl. Blutgerinnungsstörungen
Testung: Bluttest (Antikörper oder PCR)
Behandlung: Antibiotika (v. a. Doxycyclin), häufig gute Heilungschancen

Dirofilariose (Herzwurmkrankheit)

Erreger: Dirofilaria immitis (Wurm, über Stechmücken übertragen)
Klinische Symptome: Husten, Atemnot, Leistungsschwäche, Herz-Kreislauf-Probleme – oft lange symptomlos
Testung: Bluttest (Antigen-Schnelltest, ggf. PCR oder Mikrofilariennachweis)
Behandlung: langwierige Therapie mit speziellen Medikamenten, strenge körperliche Schonung nötig

Giardien

Erreger: Einzelliger Darmparasit Giardia duodenalis
Klinische Symptome:
übelriechender, schleimiger oder blutiger Durchfall, Blähungen, Gewichtsverlust, evtl. Erbrechen
Testung:
Kotuntersuchung (Mikroskopisch, ELISA oder Schnelltest)
Behandlung:
Antiparasitika (z. B. Metronidazol oder Fenbendazol), Hygienemaßnahmen im Haushalt sind entscheidend zur Vermeidung von Rückfällen

Wurmbefall (Spul-, Band-, Hakenwürmer)

Erreger: Wurmarten, meist über Zwischenwirte oder kontaminierte Umwelt
Klinische Symptome: Durchfall, Erbrechen, aufgeblähter Bauch, stumpfes Fell, Juckreiz am After
Testung: Kotuntersuchung über mehrere Tage
Behandlung: regelmäßige Entwurmung mit geeigneten Präparaten (z. B. Panacur)

Ektoparasiten (Flöhe, Zecken, Milben)

Erreger: Verschiedene äußere Parasiten
Klinische Symptome:
Juckreiz, Haarausfall, Hautentzündungen, schwarze Krümel im Fell (Flohkot), Krusten im Ohr (Ohrmilben)
Testung:
Sichtkontrolle, Haut-/Ohrabstrich
Behandlung:
Spot-On-Präparate oder Tabletten (z. B. Bravecto, Stronghold), Umgebung ggf. mitbehandeln

Katzen

FIV (Felines Immundefizienz-Virus / „Katzen-AIDS“)

Erreger: Lentivirus (aus der Familie der Retroviren)
Klinische Symptome: häufige Infekte, entzündetes Zahnfleisch, Abgeschlagenheit, schlechtes Fell
Testung: Bluttest (Schnelltest oder ELISA), ggf. PCR zur Bestätigung
Behandlung: keine Heilung, aber symptomatische Behandlung; stabiles Leben möglich mit guter Pflege, stressarmer Haltung und regelmäßiger Kontrolle

FeLV (Felines Leukämievirus)

Erreger: Retrovirus (verwandt mit FIV)
Klinische Symptome: Immunschwäche, Fieber, Blutarmut, Appetitlosigkeit, Tumore möglich
Testung: Bluttest (Schnelltest oder PCR)
Behandlung: nicht heilbar, aber unterstützende Therapie (Immunsystem stärken, Infektionen vorbeugen), FeLV-positive Katzen sollten in Einzel- oder FeLV-Gesellschaftshaltung leben

Toxoplasmose

Erreger: Parasit Toxoplasma gondii
Klinische Symptome: meist symptomlos; bei Schwäche oder Jungtieren: Fieber, Durchfall, Atemprobleme, Augenentzündungen
Testung: Antikörpertest im Blut (IgG, IgM)
Behandlung: mit Medikamenten wie Clindamycin; bei gesunden Katzen meist nicht notwendig

Leishmaniose (selten bei Katzen)

Erreger: Parasit Leishmania infantum (über Sandmücken übertragen)
Klinische Symptome:
Hautprobleme, Gewichtsverlust, vergrößerte Lymphknoten, Mattigkeit
Testung:
Bluttest (Antikörpernachweis, PCR möglich)
Behandlung:
symptomatisch mit Allopurinol o. ä.; bei Katzen meist milder Verlauf, in seltenen Fällen lebensbedrohlich

Giardien

Erreger: Einzelliger Darmparasit Giardia duodenalis
Klinische Symptome: übelriechender, schleimiger oder blutiger Durchfall, Blähungen, Gewichtsverlust, evtl. Erbrechen
Testung: Kotuntersuchung (Mikroskopisch, ELISA oder Schnelltest)
Behandlung: Antiparasitika (z. B. Metronidazol oder Fenbendazol), Hygienemaßnahmen im Haushalt sind entscheidend zur Vermeidung von Rückfällen

Wurmbefall (Spul-, Band-, Hakenwürmer)

Erreger: Wurmarten, meist über Zwischenwirte oder kontaminierte Umwelt
Klinische Symptome: Durchfall, Erbrechen, aufgeblähter Bauch, stumpfes Fell, Juckreiz am After
Testung: Kotuntersuchung über mehrere Tage
Behandlung: regelmäßige Entwurmung mit geeigneten Präparaten (z. B. Panacur)

Ektoparasiten (Flöhe, Zecken, Milben)

Erreger: Verschiedene äußere Parasiten
Klinische Symptome: Juckreiz, Haarausfall, Hautentzündungen, schwarze Krümel im Fell (Flohkot), Krusten im Ohr (Ohrmilben)
Testung: Sichtkontrolle, Haut-/Ohrabstrich
Behandlung: Spot-On-Präparate oder Tabletten (z. B. Bravecto, Stronghold), Umgebung ggf. mitbehandeln